Schloss Blois

Schloss Blois

Blois, Frankreich · Website


Die Geschichte

Wer im Hof von Blois steht, kann sich durch drei Jahrhunderte französischer Baukunst drehen, ohne einen Schritt zu tun. Auf der einen Seite liegt der Flügel Ludwigs XII., König seit 1498, aus rotem Backstein und hellem Haustein. Daneben erhebt sich der Flügel seines Nachfolgers Franz I. mit einer offenen Wendeltreppe, an der der Salamander des Königs gemeißelt ist. Gegenüber steht die strenge klassische Fassade, die der Architekt François Mansart in den 1630er-Jahren für Gaston d'Orléans begann, den Bruder Ludwigs XIII.

Das bekannteste Ereignis des Schlosses fiel auf den frühen Morgen des 23. Dezember 1588, als König Heinrich III. seinen Rivalen, den Herzog von Guise, in den königlichen Gemächern im zweiten Stock ermorden ließ. Ganz in der Nähe liegt das Studierzimmer Katharinas von Medici, der Mutter des Königs, ausgekleidet mit 237 geschnitzten Holzpaneelen, von denen vier kleine Schränke verbergen. Die Legende machte daraus Giftschränke. Wahrscheinlicher bewahrte man darin kleine Kostbarkeiten und Kuriositäten auf.

Im Flügel Ludwigs XII. befindet sich auch das städtische Museum der schönen Künste mit Gemälden, Skulpturen und Tapisserien vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Sein bekanntestes Bild ist ein kleines Porträt der Bologneser Malerin Lavinia Fontana. Es zeigt Antonietta Gonsalvus, ein Mädchen, dessen Gesicht wegen einer seltenen Erkrankung von Haaren bedeckt war. Ihr Vater Petrus war von Teneriffa an den französischen Hof gekommen, und die Familie wurde an Höfen in ganz Europa als Wunder bestaunt. Bis 1990 galt das Porträt als Werk eines Veronese-Nachfolgers. Darauf hält das Mädchen einen Brief, der ihre eigene Geschichte erzählt.

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