
St.-Martins-Kirche
Zaventem, Belgien
Die Geschichte
1739 kamen Männer nach Zaventem, um das Altarbild der Dorfkirche abzuholen, das verkauft werden sollte. Die Gemeinde vertrieb sie mit Gewalt, während die Kirchenglocken läuteten, und das Gemälde blieb. Es hängt bis heute in der St.-Martins-Kirche, in dem Ort, den man heute vor allem als Standort des Flughafens Brüssel kennt.
Das Bild ist Der heilige Martin teilt seinen Mantel von Anthonis van Dyck, gemalt um 1618, als er noch ein junger Mann an der Seite von Rubens in Antwerpen war. Martin, ein römischer Soldat zu Pferd, schneidet seinen Mantel entzwei, um ihn mit einem halbnackten Bettler zu teilen. Ferdinand van Boisschot, Kanzler von Brabant, ließ es 1621 in der Kirche aufstellen. Eine größere Leinwand mit derselben Szene und mehr Bettlern gehört zur britischen Royal Collection auf Schloss Windsor.
In Zaventem erzählt man, van Dyck sei hier geblieben, weil er sich in ein Mädchen aus dem Ort verliebt hatte, und habe das Altarbild gemalt, um ihren Vater für sich zu gewinnen. Historiker haben die Geschichte verworfen. Die belegten Reisen des Gemäldes begannen mit den Franzosen, die es 1794 nach Paris brachten und im Louvre zeigten. 1816 kehrte es in die Kirche zurück, in der die Dorfbewohner es einst verteidigt hatten.
