
Die Geschichte
Der Círculo del Liceo ist in erster Linie ein privater Club, 1847 zusammen mit dem Opernhaus Gran Teatre del Liceu an der Rambla gegründet, mit dem er sich das Gebäude teilt. Seine Räume bewahren zugleich eines der am besten erhaltenen Jugendstil-Interieurs Barcelonas, und das zieht Kunstfreunde hierher.
Sein Herzstück ist die Rotunde. Um 1902 gestaltete der Maler Ramon Casas, eine Leitfigur des katalanischen Modernisme, den Raum neu, mit Mahagoni, bleigefassten Glasfenstern und zwölf großen Leinwänden, auf denen jeweils Frauen mit einer Art von Musik verbunden sind, von der Oper bis zum Volkslied. Dem Club gehört auch La Sargantain, gemalt 1907. Modell saß Júlia Peraire, eine junge Frau, die an der Plaça de Catalunya Lose verkaufte, als Casas sie 1906 kennenlernte. Sie wurde seine Muse, seine Lebensgefährtin und schließlich seine Frau, und er malte sie bis an sein Lebensende. Hier trägt sie das gelbe Kleid, das dem Bild seinen Ruhm einbrachte.
Als im Januar 1994 ein Brand das Opernhaus zerstörte, blieben die Räume des Clubs unversehrt und während des Wiederaufbaus geöffnet. Die Mitgliedschaft ist privat, deshalb sehen Außenstehende die Rotunde meist bei Führungen, die zusammen mit dem Theater angeboten werden, oder an gelegentlichen Tagen der offenen Tür.
