
Die Geschichte
1883 sollte die alte Kirche Santa Margherita in Treviso abgerissen werden, und Luigi Bailo, ein Gelehrter aus der Stadt und Leiter der Stadtbibliothek, erkannte, was dabei verloren ginge. An ihren Wänden befand sich ein Freskenzyklus von Tomaso da Modena, einem Maler des 14. Jahrhunderts, der in Treviso gearbeitet hatte. Bailo erwirkte zwei Monate Aufschub, und zwei Handwerker lösten die Malereien vom Putz und brachten sie auf neue Träger.
Diese zehn Szenen aus dem Leben der heiligen Ursula, der legendären Königstochter, die mit ihren Gefährtinnen in Köln das Martyrium erlitt, sind heute in der profanierten Kirche Santa Caterina zu sehen, dem Herzstück des Komplexes der Heiligen Katharina. In den ehemaligen Klostergebäuden ringsum befinden sich die 1851 gegründete städtische Gemäldegalerie mit Werken von Giovanni Bellini, Lorenzo Lotto und Cima da Conegliano sowie eine archäologische Abteilung.
Unter den Bildnissen ist Tizians Porträt von Sperone Speroni, einem Schriftsteller und Gelehrten aus dem nahen Padua. 2021 ging es als Leihgabe an das Kunsthistorische Museum in Wien, und für diese Monate hing in Treviso an seiner Stelle das Bildnis eines Dogen von Bernardo Strozzi.
