
Die Geschichte
Unter der Bühne dieses Hauses liegt Salvador Dalí selbst begraben. Der 1904 in Figueres geborene Maler wählte eine Krypta unter dem alten Stadttheater, in dem er als Jugendlicher zum ersten Mal Bilder öffentlich gezeigt hatte. Als er 1989 starb, wurde er dort beigesetzt, mitten in dem Museum, das er selbst entworfen hatte.
Das Theater war im Spanischen Bürgerkrieg ausgebrannt und lag jahrzehntelang in Trümmern. Dalí schlug vor, es als sein Museum wiederaufzubauen, die Stadt stimmte zu, und im September 1974 wurde es eröffnet. Das Hufeisen des alten Zuschauerraums ließ er als offenen Innenhof stehen, über die Bühne setzte er eine gläserne geodätische Kuppel. Außen tragen die roten Mauern riesige Eier. Im Hof steht ein echtes Auto nach seiner Installation Regentaxi von 1938, und oben fügt sich ein Raum, von der richtigen Stelle aus betrachtet, zum Gesicht des Filmstars Mae West, deren Lippen ein rosa Sofa bilden.
Die Gemälde umspannen sein ganzes Schaffen. Leda Atomica von 1949 zeigt seine Frau Gala als Königin aus dem griechischen Mythos, und alle Dinge schweben voneinander getrennt, eine Anspielung auf die neue Atomphysik. Brotkorb von 1945 ist ein kleines, fast fotografisch genaues Stillleben. Das Gespenst des Sex-Appeals von 1934 gehört in seine frühen surrealistischen Jahre. Im Saal der Meisterwerke hängen Bilder anderer Künstler aus Dalís eigener Sammlung, darunter eine Badende des französischen Akademiemalers William Bouguereau.
Auch Der Schwalbenschwanz von 1983 ist hier. Es ist sein letztes Gemälde, ein paar geschwungene Linien aus der mathematischen Katastrophentheorie, vollendet sechs Jahre bevor er wenige Meter entfernt begraben wurde.
