
Die Geschichte
Am 22. März 1944, dem Todestag Goethes, zerstörten Bomben das Frankfurter Haus, in dem er 1749 geboren worden war. Fast die gesamte Einrichtung blieb erhalten. Das Freie Deutsche Hochstift, der Bürgerverein, dem das Haus seit 1863 gehörte, hatte Möbel, Bücher und Bilder rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Nach einer heftigen öffentlichen Debatte darüber, ob eine Rekonstruktion überhaupt sinnvoll sei, wurde das Haus originalgetreu wiederaufgebaut und 1951 wiedereröffnet.
Gegründet hatte das Hochstift 1859 der Frankfurter Geologe Otto Volger, als freie Vereinigung für Wissenschaften und Künste, und bis heute betreibt es das ganze Ensemble am Großen Hirschgraben. Der Rundgang führt durch die Wohnräume der Familie Goethe und weiter ins Deutsche Romantik-Museum, das 2021 nebenan eröffnet wurde, zusammen mit einer neuen Gemäldegalerie der Goethezeit. Der Bau des Frankfurter Architekten Christoph Mäckler ist um eine lange, gerade Treppe angelegt, die über drei Geschosse aufsteigt.
Zwei Gemälde zeigen dort, wie weit die romantische Vorstellungskraft reichte. Caspar David Friedrichs kleines Bild Schwäne im Schilf, erstmals 1820 auf der Dresdner Akademieausstellung zu sehen, zeigt zwei Schwäne im Röhricht unter der Mondsichel und dem Abendstern. Johann Heinrich Füssli, der Schweizer Maler, der in London Karriere machte, malte 1824 Britomart befreit Amoretta, eine große Leinwand nach Edmund Spensers Epos Die Feenkönigin, in der eine Ritterin den Bann eines Zauberers bricht. Sie gehört dem Hochstift seit 1957.
