
Gedung Agung
Yogyakarta, Indonesien
Die Geschichte
Der Palast an der Hauptstraße von Yogyakarta wurde 1824 als Wohnsitz des niederländischen Residenten begonnen, des Kolonialbeamten am Hof des Sultans. Bald geriet der Bau in den Java-Krieg, den fünfjährigen Aufstand unter Prinz Diponegoro, einem javanischen Adligen, und erst 1832 war das Haus fertig. Die Pläne werden Antoine Payen zugeschrieben, einem belgischen Maler in niederländischen Diensten, der auch einem jungen Javaner namens Raden Saleh den ersten Malunterricht gab.
Ein Erdbeben brachte diesen ersten Bau 1867 zum Einsturz, zwei Jahre später entstand an seiner Stelle der heutige. Ab 1946, als Jakarta von alliierten Truppen besetzt war, war Yogyakarta die Hauptstadt der jungen Republik und dieses Haus die Residenz von Präsident Sukarno.
Heute ist es in erster Linie ein Präsidentenpalast, beherbergt aber auch ein Museum mit staatlicher Kunst, großenteils zusammengetragen von Sukarno, einem leidenschaftlichen Sammler, darunter Werke von Malern wie Affandi und Basoeki Abdullah. Das bekannteste Bild ist Raden Salehs Gemälde von 1857, das die Gefangennahme Diponegoros durch die Niederländer im Jahr 1830 zeigt. Saleh malte es in Europa und schenkte es König Wilhelm III. der Niederlande. 1978 kehrte es nach Indonesien zurück, und im Dezember 2014 wurde es nach einer Restaurierung aus dem Merdeka-Palast in Jakarta hierher gebracht und im Hauptausstellungsraum des Museums aufgehängt.
