
Die Geschichte
Zwischen 1748 und 1756 setzte Landgraf Wilhelm VIII. von Hessen-Kassel seine Diplomaten und Agenten als Kunsteinkäufer ein und schickte sie nach Amsterdam, Antwerpen, Brüssel, Venedig und Paris, um Gemälde zu Hunderten heimzubringen. Ein deutscher Fürst mit einer Soldatenlaufbahn und dem Blick eines Sammlers, jagte er vor allem den niederländischen und flämischen Meistern nach, und innerhalb weniger Jahre hatte er rund 800 Bilder zusammengetragen.
Dieser Geschmack prägt die Galerie bis heute. Ihr Herz ist Rembrandt, rund ein Dutzend seiner Gemälde hängen hier, eine der größten Gruppen überhaupt, darunter Jakob segnet die Söhne Josephs, eine zärtliche Szene, in der der blinde Patriarch die Hand nach dem falschen Enkel ausstreckt, und ein frühes Bildnis von Saskia, der Frau des Malers. Um sie herum finden sich Frans Hals und Anthonis van Dyck, Rubens und Jacob Jordaens, dazu Italiener und Deutsche wie Tizian und Dürer.
Seit 1974 ist die Sammlung im Schloss Wilhelmshöhe untergebracht, einem klassizistischen Palast an einem bewaldeten Hang über Kassel, dessen Säle man erreicht, indem man durch den darunter angelegten Park der Landgrafen hinaufsteigt, einen Park, den ein kolossaler kupferner Herkules krönt, der seit 1717 über das Tal blickt.
Sammlung
13 Werke
Jakob segnet die Söhne JosephsRembrandt, 1656
Josef und die Frau des PotipharBartolomé Esteban Murillo, 1640
Bildnis eines Generals — Mann in MilitärtrachtTizian, 1550
Das BohnenfestJan Steen, 1668
Herkules und AntäusHans Baldung Grien, 1531
Peeckelhaering (Der lustige Zecher)Frans Hals, 1620
Die Krönung des tugendhaften HeldenPeter Paul Rubens, 1613
Bildnis der Elspeth TucherAlbrecht Dürer, 1499
Selbstbildnis mit schwarzem Barett und goldener KetteRembrandt, 1654
Die Heilige Familie mit dem VorhangRembrandt, 1646
Zwei singende Knaben mit Laute und NotenbuchFrans Hals, 1625
Saskia mit rotem HutRembrandt, 1633
Sine Baccho et Cerere friget VenusPeter Paul Rubens, 1612