
Die Geschichte
Gräfin Wilhelmina von Hallwyl hob alles auf. In ihrem Haus in der Hamngatan 4 im Zentrum Stockholms, zwischen 1893 und 1898 vom Architekten Isak Gustaf Clason erbaut und von Anfang an mit Elektrizität, Zentralheizung, Telefon und Badezimmern ausgestattet, sammelte sie Gemälde, Waffen und Rüstungen, Porzellan und Silber und daneben die gewöhnlichen Dinge des Haushalts. 1906 ließ sie damit beginnen, alles unter ihrer eigenen strengen Aufsicht zu katalogisieren, und am Ende standen 78 gedruckte Bände über rund 50.000 Objekte.
Die Gemäldegalerie liegt oben im Dachgeschoss und wurde 1905 fertig, nachdem ihre Mutter, Johanna Kempe, ihr eine große Geldsumme geschenkt hatte. Beraten von ihrem Freund, dem Maler Julius Kronberg, kaufte sie 139 Ölgemälde, fast alle niederländisch und flämisch, vom späten 16. bis zum frühen 18. Jahrhundert. Darunter ist „Besuch beim Kunsthändler“, 1636 von Frans Francken dem Jüngeren aus Antwerpen auf Kupfer gemalt. Der teuerste Ankauf überhaupt, eine Verkündigung, die man damals für einen Rembrandt hielt, gilt heute als Werk eines unbekannten Meisters, wohl aus dem 18. Jahrhundert.
Etwa zehn Jahre vor ihrem Tod 1930 schenkte sie das Haus mit allem, was darin war, dem schwedischen Staat, unter der Bedingung, dass es unverändert bleibe. 1938 öffnete es als Museum, die Räume noch so eingerichtet, wie die Familie darin gelebt hatte.
