
Die Geschichte
In der großen Halle dieses kleinen Museums in Obuse, einem Kastanienstädtchen in der Präfektur Nagano, stehen zwei hölzerne Festwagen, gebaut für zwei Viertel des Ortes. Man sollte in sie hinaufschauen. Ihre Deckenbilder malte Katsushika Hokusai, der Meister der „Großen Welle“, als er Mitte achtzig war.
Hokusai reiste in seinen letzten Lebensjahren mehrmals den weiten Weg aus Edo, dem heutigen Tokio, hierher. Eingeladen hatte ihn Takai Kozan, ein wohlhabender Kaufmann am Ort, der etwas von der Kultur der Hauptstadt in seine Heimat holen wollte und dem alten Maler auf seinem Anwesen ein Atelier einrichtete. Für den Wagen von Higashimachi, vollendet 1844, malte Hokusai einen Drachen und einen Phönix in Scharlachrot und tiefem Blau. Für den Wagen von Kanmachi malte er ein Jahr später zwei Tafeln mit aufgewühltem Wasser, bezeichnet als männliche und weibliche Welle. Die geschnitzten Rahmen darum bemalte Kozan selbst nach Hokusais Skizzen.
Das Museum wurde 1976 eröffnet, vor allem um diesen Wagen ein sicheres Zuhause zu geben, und zeigt um sie herum in wechselnden Präsentationen Hokusais Drucke und Gemälde. Zu seinen Schätzen gehört „Drache über dem Berg Fuji“, ein Drache, der in dunklen Wolken am verschneiten Gipfel vorbei aufsteigt, datiert auf den ersten Monat des Jahres 1849. Hokusai starb im Frühjahr desselben Jahres in Edo, und die Rolle gilt als eines seiner allerletzten Gemälde.

