Ickworth House
Horringer, Vereinigtes Königreich
Die Geschichte
Ickworth sieht aus wie eine riesige ovale Trommel, abgestellt in der Parklandschaft von Suffolk, mit je einem langen geschwungenen Flügel zu beiden Seiten. Die Idee stammte von Frederick Hervey, 4. Earl of Bristol und zugleich Bischof von Derry in Irland, einem rastlosen Reisenden, den man den Earl-Bishop nannte. Er begann den Bau 1795 nach Plänen des römischen Architekten Mario Asprucci, vor allem als Ort, an dem er die Gemälde und Skulpturen zeigen wollte, die er in Italien kaufte.
Bald lief einiges schief. 1798 beschlagnahmten französische Truppen in Rom die Sammlung, die er für das Haus zusammengetragen hatte, und als er 1803 in Italien starb, war Ickworth noch ein Rohbau. Sein Sohn, später 1. Marquess of Bristol, vollendete es, zog mit der Familie in den Ostflügel und machte die Rotunde zu einer Galerie und einem Raum für Gesellschaften. Aus dem verlorenen Bestand seines Vaters konnte er ein bedeutendes Stück zurückkaufen, John Flaxmans Marmorgruppe Der Wahnsinn des Athamas, die in der Eingangshalle steht.
1956 ging das Haus anstelle der Erbschaftssteuer an das Schatzamt und von dort an den National Trust. In seinen Räumen hängen Gemälde von Velázquez, Gainsborough und Hogarth, dazu kommen eine der zwei schönsten Sammlungen georgianischen Silbers im Besitz des Trust und das Bildnis eines unbekannten Mannes, das der Trust Tizian zuschreibt. Es entstand um 1512 und galt einst als Selbstbildnis des Malers.
