
Die Geschichte
Im Mai 1871 besichtigte William Morris, Designer und Dichter, ein steinernes Bauernhaus an der oberen Themse, am Rand der Cotswolds, und nannte es den Himmel auf Erden. Er pachtete es gemeinsam mit dem Maler Dante Gabriel Rossetti. Im ersten Sommer reiste Morris nach Island, und Rossetti blieb in Kelmscott mit Morris' Frau Jane, die er immer wieder malte.
Jane ist das Gesicht, dem Besucher heute im Haus begegnen. Rossettis Bildnis von ihr im blauen Seidenkleid, von 1868, zeigt sie an einem Tisch, die Hände unter dem Kinn gefaltet. Das weite Kleid hatte sie selbst entworfen, und eine ins Bild gemalte lateinische Inschrift besagt, sie sei berühmt durch ihren Dichtergatten und durch ihre Schönheit und solle nun auch durch dieses Gemälde berühmt werden. Rossetti gab seinen Anteil an der Pacht 1874 auf.
Das Haus selbst wurde um 1600 für eine Bauernfamilie, die Turners, gebaut und in den 1660er-Jahren erweitert, deshalb haben das Weiße Zimmer und das Tapisseriezimmer höhere Decken und prächtigere Kamine als der Rest. Morris behielt es bis zu seinem Tod 1896. Sein Londoner Wohnhaus und später seine Kelmscott Press erhielten ihren Namen nach ihm, und die Drosseln, die im Garten Früchte stibitzten, gingen in sein Stoffmuster Strawberry Thief ein.
Seine Tochter May, eine versierte Stickerin, lebte hier von 1923 bis zu ihrem Tod 1938 und vermachte das Haus der Society of Antiquaries of London. Die Society eröffnete es 2022 nach einer großen Restaurierung wieder, und Morris' eigenes Bett trägt noch die Stickereien, die May dafür entworfen hat.
