Die Geschichte
1934 malte die junge Malerin Amrita Sher-Gil in Paris sich selbst halb entkleidet, ein weißes Tuch um die Hüften, als eine von Paul Gauguins tahitianischen Frauen, während hinter ihr der Schatten eines Mannes fällt. Sie war in Budapest als Tochter eines Sikh-Vaters und einer ungarischen Mutter geboren, damals 21 Jahre alt, und das Bild wurde im selben Jahr im Salon des Tuileries gezeigt. Ihr Werk gilt in Indien heute als nationaler Kunstschatz und darf das Land nicht verlassen. Selbstbildnis als Tahitianerin gehört zu den bekanntesten Bildern im Kiran Nadar Museum of Art in Delhi.
Kiran Nadar, eine der führenden Sammlerinnen moderner und zeitgenössischer indischer Kunst und Ehefrau des Industriellen Shiv Nadar, eröffnete das Museum 2010 in Noida am Rand von Delhi und ein Jahr später einen zweiten Standort in einem Einkaufszentrum in Saket im Süden Delhis. Die Sammlung ist von damals rund 500 Werken auf mehr als 10.000 gewachsen, von der Malerei der Moderne des 20. Jahrhunderts bis zu Videoinstallationen, dazu ein großer Bestand indischer Miniaturen. Ein weit größeres Haus dafür entsteht seit 2023 in der Nähe des internationalen Flughafens von Delhi.
