
Die Geschichte
Die Marienkirche ist zuallererst eine lebendige evangelische Gemeindekirche, die älteste in der Dortmunder Innenstadt, im späten 12. Jahrhundert im romanischen Stil begonnen und um 1350 um einen gotischen Chor erweitert. Kunstfreunde kommen wegen dessen, was an ihrem Hochaltar steht, des Marienaltars, um 1420 von Conrad von Soest gemalt, dem bedeutendsten Maler Westfalens seiner Zeit.
Seine drei Tafeln zeigen die Geburt Christi, den Marientod und die Anbetung der Könige, in Gold, tiefem Blau und Rot, mit Königen in hermelingefütterten Gewändern und Brokat voller Einhörner. Vollständig sind sie nicht mehr. 1720 wurde der Altar zerlegt, und die Tafeln wurden beschnitten, damit sie in einen neuen, rund 16 Meter hohen Barockaltar passten. Der mittlere Marientod verlor dabei mehr als die Hälfte seiner Fläche. Trotzdem blieb dort eine winzige Signatur erhalten, ein paar Buchstaben des Malernamens, versteckt hinter den Schließen eines Buches, die 1950 entdeckt wurden.
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Tafeln aus der Stadt in Sicherheit gebracht. Bomben zerstörten die Kirche fast vollständig und mit ihr den Barockaltar, und die Bilder kehrten 1957 zurück, zwei Jahre bevor der Wiederaufbau abgeschlossen war. Ganz in der Nähe steht ein zweites mittelalterliches Altarwerk, der Berswordt-Altar, benannt nach der Familie, die ihn in den 1380er Jahren stiftete.
