
Die Geschichte
Seit Juni 2024 ist jede Person, deren Werk an den Wänden dieses schmalen vierstöckigen Hauses im Hügeldorf Mougins oberhalb von Cannes hängt, eine Frau. Heute ist es das Museum der Künstlerinnen in Mougins, kurz FAMM, und das Gebäude hat schon mehrere Leben hinter sich, im Mittelalter als Dorfgefängnis, dann als Mühle und als Privathaus.
Sein Besitzer, der britische Sammler Christian Levett, eröffnete es 2011 zunächst als Museum für klassische Kunst Mougins. Griechische, römische und ägyptische Skulptur, Münzen und eine der größten privaten Sammlungen antiker Waffen und Rüstungen standen dort neben Picasso, Warhol und Dalí, so angeordnet, dass moderne Künstler der Antike zu antworten schienen. Dieses Museum schloss Ende August 2023, und im folgenden Sommer eröffnete Levett die Räume neu mit der Sammlung von Künstlerinnen, die er inzwischen aufgebaut hatte.
Gezeigt werden jeweils rund 100 Werke aus einem deutlich größeren Bestand, und die Hängung reicht vom Impressionismus bis in die Gegenwart. Berthe Morisot ist mit einer jungen Frau vertreten, die ausgestreckt auf einem Sofa liegt, gemalt 1893, gleich daneben Mary Cassatt. Weiter folgen Surrealistinnen wie Leonora Carrington und Leonor Fini, die abstrakten Expressionistinnen Lee Krasner und Elaine de Kooning und Gegenwartskünstlerinnen wie Louise Bourgeois und Tracey Emin.

