
Die Geschichte
Mitten im Louvre-Palast, in dem Flügel entlang der Rue de Rivoli, kann man das Schlafzimmer einer Pariser Modeschöpferin betreten. Jeanne Lanvin ließ ihre Wohnung 1924 und 1925 von dem Dekorateur Armand-Albert Rateau einrichten, mit Möbeln aus patinierter Bronze, Eiche und vergoldetem Holz. Als ihr Haus 1965 abgerissen wurde, baute man Schlafzimmer, Boudoir und Badezimmer ab und hier wieder auf.
So funktioniert das Musée des Arts décoratifs. Es ging aus der Union centrale hervor, einer 1864 gegründeten Vereinigung, die gutes Design in die französische Industrie tragen wollte, und nach Jahren in provisorischen Quartieren öffnete es 1905 im Pavillon de Marsan. Seine Säle folgen dem französischen Wohnen vom Mittelalter bis heute, in historischen Raumensembles und langen Folgen von Möbeln, Keramik, Glas, Tapeten, Spielzeug, Schmuck und Mode.
Gemälde gehören hier zu dieser Geschichte, und manche überraschen. Da ist eine kleine Ansicht von Jean-Auguste-Dominique Ingres, 1807 in Rom gemalt, als er preisgekrönter Stipendiat der Französischen Akademie war. Sie zeigt das Casino Raffaels in den Gärten der Villa Borghese, von der Villa Medici aus gesehen. Von ihm stammen auch zwei Bildnisse aus der Mitte der 1840er Jahre, von Königin Marie-Amélie, der Frau König Louis-Philippes, und von Helene von Mecklenburg, der verwitweten Herzogin von Orléans. In der Nähe hängt ein Stillleben mit Rotbarben, das der belgische Maler James Ensor 1880 malte.
