Die Geschichte
Das Ticket für das Museo Teatrale alla Scala führt an einen Ort, den wenige Museen bieten können. Wenn keine Probe und keine Vorstellung läuft, führt der Rundgang in eine Loge im dritten Rang des benachbarten Teatro alla Scala, und man blickt hinunter in den rot-goldenen Zuschauerraum, den Giuseppe Piermarini 1778 errichtete. Das Museum ist etwas anderes als das Opernhaus. Es liegt im alten Casino Ricordi nebenan und sammelt das Leben der Bühne.
Angefangen hat es mit einer Auktion in Paris. 1911 kaufte eine Gruppe Mailänder mit einer öffentlichen Sammlung und einem Zuschuss der Regierung die Theatersammlung des Antiquars Jules Sambon, und am 8. März 1913 eröffnete das Museum im Casino Ricordi neben dem Theater. Im August 1943 zerstörten Bomben das Theater. Die Bestände waren zuvor in Sicherheit gebracht worden, und am 11. Mai 1946 dirigierte Arturo Toscanini das Konzert zur Wiedereröffnung des Saals. Während der Restaurierung des Theaters zog das Museum 2002 in den Palazzo Busca und kehrte im Dezember 2004 zurück, mit Räumen, die der Bühnenbildner Pier Luigi Pizzi eng nach der Anordnung von 1913 einrichtete.
In den 14 Räumen stehen Büsten und Porträts von Komponisten, Sängern und Dirigenten, dazu Kostüme, Bühnenentwürfe, Instrumente, darunter der Steinway-Flügel von Franz Liszt, und Porzellanfiguren der Commedia dell'arte. Ein Raum versammelt, was in Verdis Zimmer im Grand Hotel et de Milan gefunden wurde, wo er im Januar 1901 starb: seine Totenmaske, den Abguss seiner Hand, seine Reiseschreibmappe. Im Obergeschoss liegt die Biblioteca Livia Simoni, 1952 mit 40.000 Bänden aus dem Nachlass des Kritikers Renato Simoni begonnen und heute weit über 100.000 Libretti, Briefe und Entwürfe stark. Unter den Porträts hängt die Sängerin Elena Viganò, 1841 von der französischen Malerin Marie-Éléonore Godefroid gemalt und hier als Leihgabe aus staatlichem Besitz gezeigt.