
Die Geschichte
Das größte Gemälde der Philippinen hängt in einem Saal, in dem einst über Gesetze debattiert wurde. Juan Lunas Spoliarium, über vier Meter hoch und siebeneinhalb Meter breit, füllt einen Saal im zweiten Geschoss des Nationalmuseums der Schönen Künste. Hier tagte früher das Repräsentantenhaus, und 1934 trat in diesem Raum der Konvent zusammen, der die Verfassung von 1935 ausarbeitete.
Luna, ein junger Maler aus Ilocos im Norden Luzons, malte das Bild in Rom und zeigte es 1884 in Madrid, wo es auf der Nationalen Kunstausstellung eine Goldmedaille gewann. Es zeigt, wie die Leichen gefallener Gladiatoren aus einer römischen Arena geschleift werden. 1886 kaufte es die Provinzregierung von Barcelona, und im Spanischen Bürgerkrieg wurde die Leinwand schwer beschädigt. 1958 übergab Spanien das teilweise restaurierte Gemälde den Philippinen als Geschenk.
Auch das Gebäude hat seine eigene Geschichte. Es wurde 1926 als Parlamentsgebäude fertiggestellt, in der Schlacht um Manila 1945 weitgehend zerstört, bis 1950 wiederaufgebaut und bis 1997 vom Senat genutzt. 1998 öffnete es als nationales Kunstmuseum. Im selben Saal hängt das größte Bild von Félix Resurrección Hidalgo, Lunas Zeitgenossen, der auf derselben Madrider Ausstellung eine Silbermedaille erhielt. Es zeigt die Ermordung von Gouverneur Bustamante und seinem Sohn, eine Bluttat im Manila des Jahres 1719.
