
Oratorio del Rosario di San Domenico
Palermo, Italien
Die Geschichte
Fast alles im Oratorio del Rosario lenkt den Blick zum Altar, wo Anthonis van Dycks Rosenkranzmadonna auf den Raum herabschaut. Der junge flämische Maler kam 1624 nach Palermo und übernahm den Auftrag der Bruderschaft, die sich hier versammelte. Im selben Jahr brach in der Stadt die Pest aus, und unter die Heiligen um die Jungfrau setzte er die heilige Rosalia, Palermos Schutzpatronin, deren Gebeine man gerade auf dem Monte Pellegrino gefunden hatte. Van Dyck verließ Sizilien, vollendete das Bild in Genua und schickte es um 1628 zurück.
Die Rosenkranzbruderschaft hatte ihr Oratorium 1574 neben der Kirche San Domenico gegründet und schmückte es über mehr als ein Jahrhundert weiter aus. An den Wänden hängen Bilder der Rosenkranzgeheimnisse von verschiedenen Händen, darunter Pietro Novelli, der führende Maler Palermos jener Zeit, und Matthias Stom, ein niederländischer Caravaggio-Nachfolger.
Um sie herum überzog der Bildhauer Giacomo Serpotta zwischen etwa 1714 und 1717 die Wände mit weißem Stuck. Er stellte allegorische Figuren der Tugenden neben die Gemälde und füllte die Gesimse mit Putten, den pausbäckigen Kinderengeln, die in seinen Oratorien in Palermo immer wiederkehren.
