
Die Geschichte
Die Sammlung, die heute im Raclin Murphy Museum of Art hängt, reicht bis 1875 zurück. Damals eröffnete die University of Notre Dame in Indiana eine Bischofsgalerie mit 60 Porträts von Luigi Gregori, einem italienischen Maler, der im Vatikan gearbeitet hatte, und dazu ein kleines Museum indianischer Altertümer. Ab 1980 zeigte die Universität ihre Kunst im Snite Museum of Art. Dieses Museum schloss Ende 2023, und die Sammlung zog in einen Neubau.
Das Raclin Murphy öffnete am 1. Dezember 2023, in einem klassizistisch geprägten Gebäude von Robert A.M. Stern Architects, einem New Yorker Büro, inmitten eines gut dreieinhalb Hektar großen Skulpturenparks. Benannt ist es nach seinen Hauptstiftern, Ernestine Raclin sowie ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn, Carmen und Chris Murphy. Zur Eröffnung schufen Jenny Holzer, Maya Lin, Jaume Plensa und Kiki Smith Werke eigens für den Ort.
Der Bestand umfasst mehr als 30.000 Objekte, von olmekischer und anderer mesoamerikanischer Kunst bis zu Fotografie und Gegenwartskunst. In den europäischen Sälen ist die französische Malerei des 18. und 19. Jahrhunderts eine Stärke. Ein Porträt von 1786 von Élisabeth Vigée Le Brun, der Porträtistin Marie Antoinettes, zeigt die Marquise de Puységur, und Camille Corot, der französische Landschaftsmaler, ist mit kleinen Ansichten vertreten, etwa einer Fischerhütte bei Gournay-en-Bray.
