
Die Geschichte
1912 malte Franz Marc, der Münchner Maler, der für seine blauen und gelben Tiere bekannt ist, ein kleines Bild mit einem jungen blauen Pferd in einer farbenfrohen Landschaft und widmete es in einer Ecke dem Walterchen, dem kleinen Sohn seines Freundes August Macke. Dieses Blaue Pferdchen gehört zu den bekanntesten Gemälden der Modernen Galerie des Saarlandmuseums in Saarbrücken. Macke selbst hängt in der Nähe mit seinem Sturm von 1911, gemalt in dem Jahr, in dem die beiden Freunde in München in den Kreis des Blauen Reiters gerieten.
Museumsdirektor Rudolf Bornschein erwarb das Bild von Marc 1956 für das städtische Heimatmuseum, das 1968 mit der Modernen Galerie zusammengelegt wurde. Die Galerie selbst ist ein flacher Bau der Nachkriegsmoderne des Architekten Hanns Schönecker, zwischen 1962 und 1976 in Abschnitten rund um einen Skulpturengarten errichtet. Im Zentrum ihrer Sammlung stehen der deutsche Impressionismus und Expressionismus.
Ihr jüngster Flügel hat eine eigene Geschichte. Ein 2009 begonnener Erweiterungsbau blieb zwei Jahre später halb fertig stehen, begleitet von politischem Streit über die Kosten. Die Berliner Architekten Kuehn Malvezzi und der Künstler Michael Riedel vollendeten ihn 2017. Riedel druckte auf die Steinfassade das Protokoll der letzten Debatte des saarländischen Landtags über das Projekt vom April 2015, und überall, wo das Wort Museum vorkommt, ist es vergrößert.


