
Die Geschichte
Die Ausstellungsräume des Schlesischen Museums liegen unter der Erde, auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Katowice. An der Oberfläche sieht man Backsteinbauten des Bergwerks, einen stählernen Förderturm, auf den man hinauffahren kann, um über die Stadt zu blicken, und eine Gruppe milchiger Glaskuben, die Tageslicht in die Ausstellungshallen darunter leiten. Die Anlage der österreichischen Architekten Riegler Riewe wurde im Juni 2015 eröffnet.
Es ist das dritte Zuhause des Museums. Gegründet 1929 vom Schlesischen Sejm, dem Regionalparlament, erhielt es einen modernistischen Bau des Architekten Karol Schayer, 1939 fertiggestellt und zu den modernsten Museumsgebäuden Europas gezählt. Eröffnet wurde er nie. Unter der deutschen Besatzung wurde das Gebäude zwischen 1941 und 1944 abgetragen, und die Sammlungen wurden zerstreut. Erst 1984 wurde das Museum wiederbegründet, in einem ehemaligen Hotel im Stadtzentrum.
Unter der Erde verfolgen die Gemäldegalerien die polnische Kunst von etwa 1800 bis 1945 und weiter nach dem Krieg, dazu kommt eine eigene Galerie für Laienmaler, die in dieser Bergbauregion eine starke Tradition haben. Unter den Werken des 19. Jahrhunderts sind Bilder von Jan Matejko, dem Maler der polnischen Geschichte, darunter sein Porträt von Józef Ciechoński von 1873, und ein Bildnis des Dichters und Komponisten Władysław Tarnowski von Maurycy Gottlieb, einem Schüler Matejkos, der mit 23 Jahren starb.

