Die Geschichte
In der Bankgasse, wenige Schritte vom Burgtheater, steht das Stadtpalais, das die Fürsten von Liechtenstein 1694 kauften und bis heute besitzen. Die Prunkräume sehen innen noch weitgehend so aus wie in den 1840er-Jahren. Fürst Alois II. ließ sie zwischen 1836 und 1847 im sogenannten Zweiten Rokoko umgestalten, mit vergoldeten Schwüngen und Seidenbespannung an den Wänden, und der Kunsttischler Michael Thonet, später berühmt für seine Bugholzstühle, verlegte die kunstvollen Intarsienböden.
Das Gebäude ist älter als seine Ausstattung. Der Bau begann 1691 für Graf Kaunitz, einen Staatsmann am Kaiserhof, und nach dem Verkauf vollendete ihn der italienische Architekt Domenico Martinelli als eines der ersten großen hochbarocken Palais in Wien. Nach einer Restaurierung von 2008 bis 2013 öffnete es wieder, mit Bildern aus der privaten Sammlung der Familie. Die älteren Meister hängen im Gartenpalais in einem anderen Teil der Stadt, hier gehören die Wände dem Klassizismus und dem Biedermeier, mit Porträts von Friedrich von Amerling und Szenen von Ferdinand Georg Waldmüller. Die Räume sind nur bei angemeldeten Führungen zugänglich, und der Ballsaal wird auch für Veranstaltungen vermietet.
