
Storkyrkan
Stockholm, Schweden
Die Geschichte
Am 20. April 1535 sahen die Menschen in Stockholm Lichtringe und Nebensonnen über der Stadt. Olaus Petri, der lutherische Reformator und Stockholmer Prediger, deutete die Erscheinung als Warnung Gottes, ließ sie malen und das Bild hier aufhängen. König Gustav Wasa sah darin kein Vorzeichen, denn die Nebensonnen verblassten, und die wahre Sonne blieb.
Das Original ist verloren. In der Storkyrkan hängt heute eine Kopie, die der Hofmaler Jacob Heinrich Elbfas 1636 anfertigte. Sie galt lange als Original, bis eine Restaurierung 1998 und 1999 die Tafel ins 17. Jahrhundert datierte und unter späteren Übermalungen einen graublauen Himmel freilegte. Unter den Lichtringen liegt die mittelalterliche Stadt auf ihren Inseln, mit dem alten Königsschloss Tre Kronor, das 1697 abbrannte, und dieser Kirche selbst. Das Bild gilt oft als älteste farbige Ansicht Stockholms.
Die Storkyrkan ist vor allem eine lebendige Kirche, die älteste in Gamla Stan, der Altstadt, und seit 1942 Kathedrale der Stadt, mit einem gotischen Backsteininneren hinter einer Fassade des 18. Jahrhunderts. Ihr anderes berühmtes Werk ist die geschnitzte Gruppe des heiligen Georg mit dem Drachen, um 1489 vollendet und meist dem Lübecker Bildhauer Bernt Notke zugeschrieben. Sten Sture, damals Reichsverweser Schwedens, gab sie zur Erinnerung an seinen Sieg über die Dänen am Brunkeberg 1471 in Auftrag, und in den Drachen ist echtes Elchgeweih eingearbeitet.
