
Angelika Kauffmann
1741–1807 · Schweiz · Klassizismus
Die Geschichte
Als 1768 in London die Royal Academy of Arts gegründet wurde, waren zwei der 36 Gründungsmitglieder Frauen. Eine davon war Angelica Kauffmann, eine in der Schweiz geborene Malerin, schon in ganz Europa für ihre Historienbilder und Bildnisse berühmt.
Gründungsmitglied zu sein hieß nicht, als gleichberechtigt behandelt zu werden. Als Johan Zoffany einige Jahre später die versammelten Akademiemitglieder malte, gruppierte er sie um ein männliches Aktmodell im Zeichensaal. Kauffmann und die andere Frau, die Blumenmalerin Mary Moser, konnten anständigerweise nicht in diesem Raum gezeigt werden, also stellte Zoffany sie als zwei an der Wand hängende Porträts hinein. Vom Aktzeichnen ausgeschlossen, baute Kauffmann ihren Ruf auf Szenen aus Geschichte und Mythos, größtenteils mit Frauen bevölkert.
Sie hatte in Italien gelernt, sprach mehrere Sprachen und bewegte sich mühelos unter den Mächtigen. In Rom wurde sie eine Freundin des Dichters Goethe, der ihr Modell saß und ihre Gesellschaft schätzte. Nach ihren Londoner Jahren ließ sie sich wieder in Rom nieder, wo ihr Atelier ein fester Anlaufpunkt für reisende Künstler war. Sie und Moser blieben die einzigen Frauen der Akademie bis 1936, als die Malerin Laura Knight gewählt wurde.



