
Anthonis van Dyck
1599–1641 · Spanische Niederlande · Barockmalerei
Die Geschichte
1632 holte Karl I. von England, ein König, dem viel an der Erscheinung einer Autorität lag, die er gegenüber dem Parlament nicht wirklich besaß, den Antwerpener Maler Anthony van Dyck nach London, schlug ihn zum Ritter und gab ihm Räume in Blackfriars sowie ein Boot, das ihn die Themse hinauf zum königlichen Palast brachte. Van Dyck hatte Jahre zuvor im Atelier von Peter Paul Rubens gelernt, dem führenden Maler der Südlichen Niederlande, und einen Großteil seiner Zwanziger in Italien verbracht, wo er in Genua Tizians Porträts studierte. Was er mit nach England brachte, war eine Art, den Adel zu malen, die formelle Porträts entspannt, fast intim wirken ließ, ohne dabei ein Gramm an Erhabenheit zu verlieren.
Den Rest des Jahrzehnts malte van Dyck fast ausschließlich den König, die Königin und ihren Kreis und schuf Bild um Bild einer Monarchie, die sich in Farbe genau so festhalten ließ, wie sie in Erinnerung bleiben wollte. Karl saß danach kaum noch einem anderen Maler Modell. Diese Porträts sind bis heute das Bild, das die meisten Menschen vom Stuart-Hof im Kopf haben: gestreckte Hände, Seide, Lässigkeit, ein König, der auf seinem Thron völlig sicher wirkt.
Van Dyck starb im Dezember 1641 in London, ein Jahr bevor zwischen Karl und dem Parlament der Bürgerkrieg ausbrach. Karl wurde 1649 vor seinem eigenen Banqueting House in Whitehall hingerichtet, angeblich in zwei Hemden gegen die Januarkälte, damit er nicht zittere und für ängstlich gehalten würde.
Werke
110 Werke
Thetis empfängt die Waffen des Achilles von HephaistosAnthonis van Dyck, 1630
Wilhelm II. von Oranien und seine Braut Maria StuartAnthonis van Dyck, 1641
KreuzigungAnthonis van Dyck, 1626
Reiterporträt Kaiser Karls V.Anthonis van Dyck, 1620
Madonna mit Kind und den drei reuigen SündernAnthonis van Dyck, 1629
Porträt der Porzia Imperiale mit ihrer TochterAnthonis van Dyck, 1624
Porträt des Goldschmieds Pucci mit seinem SohnAnthonis van Dyck, 1624
Der Apostel Judas ThaddäusAnthonis van Dyck, 1618
Die KreuzaufrichtungAnthonis van Dyck, 1631
Kopf einer FrauAnthonis van Dyck, 1638