
Anton Kolig
1886–1950 · Österreich · Expressionismus, Prager Secession
Die Geschichte
1930 vollendete Anton Kolig mit seinen Schülern einen Freskenzyklus im Landhaus in Klagenfurt, dem Sitz des Kärntner Landtags. Deutschnationale Abgeordnete forderten schon im Jahr darauf die Entfernung. 1935 wurden die Bilder verhüllt, und nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland 1938 zerstörten die Nationalsozialisten sie als „entartete Kunst“.
Kolig wurde 1886 in Neutitschein in Mähren als Sohn eines Malers geboren. Er studierte an der Wiener Kunstgewerbeschule zusammen mit Oskar Kokoschka und schloss sich 1909 mit Egon Schiele und anderen jungen Malern, die mit der Akademie unzufrieden waren, zur Neukunstgruppe zusammen. Die Maler Gustav Klimt und Carl Moll verhalfen ihm zu einem Reisestipendium für Frankreich, und der Kriegsausbruch 1914 überraschte ihn in Marseille. Ab 1917 diente er als offizieller Kriegsmaler.
Seine Heimat wurde Nötsch, ein Dorf im Gailtal in Kärnten und der Heimatort seines Freundes, des Malers Franz Wiegele, dessen Schwester er heiratete. Die Künstler um die beiden nennt man den Nötscher Kreis. Kolig malte Porträts und vor allem den männlichen Akt, wie den „Knienden Narziss“ von 1920 im Belvedere. 1928 wurde er Professor an der Stuttgarter Akademie, 1943 wurde er zwangsweise pensioniert. Bei einem Bombenangriff im Dezember 1944 wurden er und seine Frau verschüttet und schwer verletzt. Er starb 1950 in Nötsch.
