Egon Schiele

Egon Schiele

1890–1918 · Cisleithanien · Expressionismus


Die Geschichte

Egon Schiele war achtundzwanzig, als er starb, doch er hatte schon ein Jahrzehnt lang einige der konfrontativsten Figurenzeichnungen seiner Zeit geschaffen. 1907 suchte er den etablierten Wiener Maler Gustav Klimt auf, und Klimt, damals auf dem Höhepunkt seines Ruhms, nahm ungewöhnlichen Anteil an dem Teenager: Er kaufte dessen Zeichnungen, tauschte eigene Werke dagegen ein und stellte ihn Mäzenen und Modellen vor. Schiele übernahm Klimts dekorative Linie, trieb sie aber zu etwas Roherem, hin zu kantigen, sexuell expliziten Akten und Selbstporträts, die die ornamentale Goldoberfläche abstreiften, für die Klimt bekannt war.

Diese Direktheit brachte ihn in echte Schwierigkeiten. 1912, während er im kleinen Ort Neulengbach arbeitete, wurde er verhaftet und vierundzwanzig Tage inhaftiert, nachdem seine erotischen Zeichnungen für Kinder aus der Umgebung zugänglich aufgefunden worden waren; man beschuldigte ihn, wenn auch ohne Verurteilung, eine Minderjährige verführt zu haben, und ein Richter verbrannte eine seiner Zeichnungen öffentlich im Gerichtssaal. Schiele arbeitete unbeirrt weiter, und in den Kriegsjahren stiegen sein Ansehen und seine Preise, begünstigt durch eine gut aufgenommene Ausstellung der Wiener Secession 1918, jener von Klimt mitbegründeten Künstlervereinigung, wo Schiele nun als etablierte Figur ausstellte statt als Außenseiter.

Klimt starb im Februar 1918. Im selben Jahr erreichte die Spanische Grippe Wien. Schieles Frau Edith, im sechsten Monat schwanger, starb am 28. Oktober daran; Schiele selbst starb drei Tage später, am 31. Oktober 1918, an derselben Krankheit, im Alter von achtundzwanzig Jahren.

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Werke

6 Werke