Antonio de Pereda

Antonio de Pereda

1611–1678 · Spanien · Barock


Die Geschichte

1635 verlor Antonio de Pereda seinen Platz am spanischen Hof. Sein Förderer Giovanni Battista Crescenzi, ein römischer Adliger, der in Madrid die königlichen Kunstaufträge lenkte, war eben gestorben, und ohne diesen Rückhalt drängte man den jungen Maler beiseite. Nur ein Jahr zuvor hatte man ihm eine große Schlachtenszene anvertraut, den Entsatz von Genua, für den neuen Buen-Retiro-Palast Philipps IV., wo sie im selben Saal hing wie Velázquez' Übergabe von Breda. Näher an die Spitze kam er nie.

Was er danach tat, ist der Grund, warum wir ihn noch kennen. Vom Palast ausgeschlossen, nahm er Aufträge von Kirchen und Klöstern an und wandte sich einer Gattung zu, die Spanien gerade erst zu schätzen begann, dem Vanitas-Stillleben, gemalt, um daran zu erinnern, dass alles, was man besitzt, einmal verrottet. Sein Traum des Ritters zeigt einen gut gekleideten jungen Mann, der auf einem Stuhl schläft, während ein Engel ein Spruchband über einem verstreuten Haufen der schönen Dinge hält: Münzen, eine Krone, Juwelen, Bücher, ein Totenschädel, eine verlöschende Kerze, Waffen, eine Maske.

Jeder Gegenstand ist mit echtem Appetit gemalt, glänzend und beinahe greifbar, und genau darin liegt der Kniff, denn die Genüsse wirken am festesten in dem Augenblick, in dem man einem sagt, sie seien ein Traum. Dieses moralisierende Stillleben nährte unmittelbar das Werk von Valdés Leal, dem Sevillaner Maler, der eine Generation später die Kapelle eines Sevillaner Hospitals mit Bildern des Todes füllte. Pereda arbeitete in Madrid weiter, bis er dort 1678 starb, für Heilige und kleine Stillleben verlässlicher bezahlt, als er es bei Hofe je gewesen war.

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Werke

4 Werke