Jan de Baen zugeschrieben
Republik der Sieben Vereinigten Provinzen · Malerei des Goldenen Zeitalters der Niederlande
Die Geschichte
In der Nacht zum 20. August 1672 lynchte eine Menge in Den Haag Johan de Witt, den führenden Staatsmann der Republik der Vereinigten Niederlande, und seinen Bruder Cornelis und hängte ihre Leichen am öffentlichen Schafott auf dem Vijverberg auf, mitten in der Stadt. Eine kleine Leinwand im Rijksmuseum zeigt sie dort, beleuchtet von einem Mann mit einer Fackel. Eine alte Aufschrift auf der Rückseite behauptet, ein angesehener Maler habe das Bild noch in derselben Nacht nach dem Leben gemalt, und nennt es das einzige Original dieser Szene.
Sonst nennt nichts den Namen dieses Malers, deshalb schreibt das Museum zugeschrieben. Das Bild kam 1802 als einer der ersten Ankäufe in die neue Nationalsammlung und wurde als Werk von Frans van Mieris angeboten, einem Leidener Maler kleiner, feiner Szenen. Bald danach gab man es Jan de Baen. Die Vermutung lag nahe, denn de Baen war ein gefragter Porträtmaler in Den Haag und hatte beide Brüder zu Lebzeiten gemalt. Die Forschung hält die Zuschreibung bis heute für zweifelhaft.
Seine Verbindung zur Familie riss in denselben Wochen ab. In Dordrecht, der Heimatstadt der Brüder, holte eine Menge das große allegorische Porträt des Cornelis, das de Baen für das Rathaus gemalt hatte, von der Wand und zerriss es. Den gemalten Kopf schnitt man heraus und nagelte ihn an den städtischen Galgen am anderen Ufer der Merwede.

