Kopie nach Hieronymus Bosch
Die Geschichte
Die Tafel ist hoch und schmal, 90 mal 37 Zentimeter, das Format eines Triptychonflügels. Sie wiederholt, verkleinert und mit kleinen Abweichungen, einen Flügel der Versuchung des heiligen Antonius von Hieronymus Bosch, jenes Triptychons, das heute in Lissabon hängt. Die Verfasserangabe des Prado lautet Copia El Bosco, El Bosco ist der spanische Name für Bosch. Ein anderer Maler hat ein Werk von Bosch kopiert. Bosch selbst hat an dieser Tafel keinen Anteil.
Von den drei Formeln, zu denen ein Katalog greift, wenn der Name eines Meisters nicht recht passen will, behauptet diese am wenigsten. Zugeschrieben hieße, das Museum halte Bosch für den wahrscheinlichen Maler. Nachfolger hieße, ein namenloser Maler habe in Boschs Art eine eigene Szene erfunden. Kopie nach sagt etwas Engeres, dass eine identifizierte Komposition von Bosch von fremder Hand wiederholt wurde. Der Prado datiert die Tafel nur ins 15. oder 16. Jahrhundert. Bosch starb 1516, und dieser Zeitraum deckt damit seine eigene Lebenszeit ab und die langen Jahrzehnte danach, in denen Kopien und Nachahmungen seiner Teufel weiter gefragt waren. Eine zweite Tafel im selben Museum ist nach demselben Triptychon kopiert.

