
Egon Schiele · PD
Bildnis Wally Neuwirth
Details
Die Geschichte
Wally Neuzil war Egon Schieles Geliebte und sein wichtigstes Modell in diesen Jahren. 1912 malte er dieses kleine Bildnis von ihr als Gegenstück zu einem eigenen Selbstporträt: Beide Tafeln waren gleich groß und so gedacht, dass die beiden einander ansehen. Wally blickt mit großen blaugrünen Augen ruhig heraus, vor einem leeren, hellen Grund. Ein zweites, dunkleres Kapitel bekam das Bild später. Es hatte der jüdischen Wiener Kunsthändlerin Lea Bondi gehört, die 1938 vor den Nationalsozialisten nach London floh und es zurückzuerlangen versuchte. Über den Besitz wurde jahrzehntelang gestritten, bis das Leopold Museum 2010 den Erben 19 Millionen Dollar zahlte und das Bild in Wien behalten durfte. Wallys Mund ist schmal, fast ohne Lächeln, der Blick der einer jungen Frau von 17 Jahren.




