Fernand Khnopff

Fernand Khnopff

1858–1921 · Belgien · Symbolismus


Die Geschichte

Blättert man durch Fernand Khnopffs Bilder, kehrt immer wieder dasselbe Gesicht zurück, blass, kühl und unergründlich, das seiner jüngeren Schwester Marguerite. Sie war sein liebstes Modell, und häufig arbeitete er eher nach Fotografien, die er von ihr aufnahm, als nach dem lebenden Vorbild, und stellte sie in wechselnden Kleidern auf, bis das Bild genau seinen Vorstellungen entsprach.

Khnopff trat im Brüssel der 1880er Jahre als Gründungsmitglied von Les Vingt hervor, dem avantgardistischen Kreis von zwanzig Künstlern, der die neuesten Maler Europas zu Ausstellungen in die Stadt holte. Er machte sich einen Namen als Porträtist der Brüsseler Oberschicht und wandte sich dann nach innen, dem Symbolismus zu, angeregt von den Präraffaeliten, die er in England bewunderte, und von der Dichtung Christina Rossettis. Sein bekanntestes Gemälde von 1891 entlehnt ihr den Titel: „Ich verschließe meine Tür vor mir selbst."

Dieser Titel kam einem Bekenntnis nahe. Khnopff war ein verschlossener, in sich gekehrter Mann, der schon zu Lebzeiten eine Art Kult um sich erlebte, und in späten Jahren ließ er sich in Brüssel ein Haus errichten, das beinahe wie ein Tempel seiner eigenen Kunst wirkte, streng und sorgfältig geordnet. Die Kindheitsjahre in Brügge, der stillen mittelalterlichen Stadt, in die sein Vater versetzt worden war, tauchten sein Leben lang immer wieder in seinem Werk auf.

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Werke

6 Werke