Giambologna

1529–1608 · Habsburgische Niederlande, Großherzogtum Toskana · Manierismus


Die Geschichte

Im ersten Saal der Galleria dell'Accademia in Florenz, kurz vor dem Gang zu Michelangelos David, steht ein Knäuel aus drei Körpern, mehr als vier Meter hoch, aufgebaut aus ungebranntem, mit Stroh versetztem Ton über einem Gerüst aus Holz und Metall. Es ist Giambolognas Modell in Originalgröße für den marmornen Raub der Sabinerinnen, der bis heute in der Loggia dei Lanzi steht, der offenen Bogenhalle am Hauptplatz von Florenz. Er modellierte es um 1579 ohne Auftrag und ohne festes Thema, als Studie, wie sich drei Figuren so nach oben schrauben lassen, dass kein einzelner Blickpunkt alles zeigt. Die altrömische Geschichte wurde erst nachträglich damit verbunden, und der Marmor, aus einem einzigen Block gehauen, wurde 1583 enthüllt.

Florenz' führender Bildhauer nach Michelangelo kam aus Flandern. Jean de Boulogne wurde 1529 in Douai geboren und ging als junger Mann nach Rom. Der Biograf Filippo Baldinucci erzählt, wohl ausgeschmückt, er habe dem greisen Michelangelo ein sorgfältig vollendetes Wachsmodell gezeigt. Der alte Meister habe es zerdrückt, neu geformt und ihm geraten, erst das Modellieren und dann das Vollenden zu lernen. Auf dem Heimweg machte er in Florenz Station, fand im Sammler Bernardo Vecchietti einen Förderer und blieb dort bis an sein Lebensende.

Später diente er drei Großherzögen aus dem Haus Medici. Sein Neptunbrunnen in Bologna, der auf einem Fuß balancierende Bronze-Merkur im Museo del Bargello und das Reiterstandbild Cosimos I. auf der Piazza della Signoria machten ihn berühmt, und kleine Bronzen nach seinen Figuren schickten die Medici als diplomatische Geschenke an Höfe in ganz Europa. Er starb 1608 in Florenz und ist in der Kirche Santissima Annunziata begraben, in einer Kapelle, die er selbst für sich entworfen hatte.

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Werke

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