Jean-Honoré Fragonard

Jean-Honoré Fragonard

1732–1806 · Frankreich · Rokoko


Die Geschichte

1767 trat ein kleiner Adliger an den Maler Gabriel-François Doyen mit einem sonderbaren Auftrag heran: Er solle ihn und seine Geliebte malen, sie auf einer Schaukel, angestoßen von einem Bischof und so gestellt, dass er von einem Versteck darunter unter ihren Rock blicken konnte. Doyen lehnte ab und reichte die Arbeit an seinen jüngeren Kollegen Jean-Honoré Fragonard weiter, der sie annahm, den Bischof durch einen im Schatten verborgenen Ehemann ersetzte und daraus 'Die Schaukel' machte, heute in der Wallace Collection in London.

Fragonard hatte bei François Boucher gelernt, dem führenden Dekorationsmaler der Zeit, und gewann 1756 ein Stipendium an die Französische Akademie in Rom, wo er fünf Jahre lang die älteren Meister studierte. Nach Paris zurückgekehrt, konnte er ernste Historienbilder malen, doch berühmt machten ihn die wirbelnden Rosa- und Grüntöne von Bildern wie 'Die Schaukel' und dem für die königliche Mätresse Madame du Barry bestellten Zyklus 'Der Fortschritt der Liebe', und genau das verlangten seine Auftraggeber immer wieder. Bekannt war er auch für sein schnelles Arbeiten. Seine 'Fantasieporträts' aus der Mitte der 1770er Jahre, energische Brustbilder von Freunden in erdachtem Kostüm, sollen in jeweils etwa einer Stunde entstanden sein.

Nach 1767 beschickte er die offiziellen Salon-Ausstellungen kaum noch und arbeitete stattdessen direkt für private Sammler an Szenen von Gärten, Liebenden und gestohlenen Küssen. In den 1780er Jahren wandte sich der Geschmack scharf dem strengen Klassizismus zu. Nach der Revolution, sein Vermögen dahin, verbrachte Fragonard seine letzten Jahre als kleiner Kurator am neu eröffneten Louvre, untergebracht in demselben Palast, in dem die aristokratischen Auftraggeber gelebt hatten, die einst 'Die Schaukel' bestellten.

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Werke

17 Werke