
Karl Friedrich Schinkel
1781–1841 · Königreich Preußen · Neugriechische Architektur
Die Geschichte
Karl Friedrich Schinkel gilt heute als der bedeutendste Baumeister Preußens, der Mann hinter Berliner Wahrzeichen wie dem Alten Museum und der Neuen Wache. Doch beinahe wäre die Architektur gar nicht sein Beruf geworden. 1806 zerschlug Napoleons Armee Preußen in der Schlacht bei Jena, und fast jedes Bauvorhaben im Königreich kam zum Erliegen. Der frisch ausgebildete Schinkel hatte nichts zu bauen und wandte sich der Malerei zu, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Etwa ein Jahrzehnt lang hielt er sich mit romantischen Landschaften über Wasser und, ungewöhnlicher noch, mit Panoramen und Dioramen, großen illusionistischen Bildern auf lichtdurchlässigem Stoff, von hinten beleuchtet, um wechselndes Licht und Bewegung nachzuahmen. Sein Diorama Der Brand von Moskau von 1812 zeigte die brennende Stadt, während Napoleons Heer sich durch sie zurückzog, mit nachgestellten Flammen und Menschen, die durch gemalten Rauch flohen. Ein weiteres Projekt, ein Panorama des sizilianischen Palermo nach eigenen Reiseskizzen, kostete ihn vier Monate Arbeit und wurde dem Berliner Publikum in einer eigens errichteten Rotunde am Hedwigsplatz gezeigt.
Als sich die preußische Bauwirtschaft nach 1815 erholte, kehrte Schinkel ganz zur Architektur zurück, behielt aber einen Fuß in der Welt der Bühne. 1816 entwarf er für eine Berliner Aufführung von Mozarts Oper Die Zauberflöte die Bühnenbilder, darunter einen sternenübersäten Nachthimmel für die Arie der Königin der Nacht, ein Entwurf, den spätere Opernhäuser noch ein Jahrhundert lang immer wieder entliehen.
Werke
6 Werke
Gotischer Dom am WasserKarl Friedrich Schinkel, 1813
Mittelalterliche Stadt an einem FlussKarl Friedrich Schinkel, 1815
MorgenKarl Friedrich Schinkel, 1813
Der Rugard auf RügenKarl Friedrich Schinkel, 1821
Tor im FelsenKarl Friedrich Schinkel, 1818
Gotische Kirche auf einem Felsen am MeerKarl Friedrich Schinkel, 1815