
Leonhard Beck
1542 · Heiliges Römisches Reich · Deutsche Renaissance
Die Geschichte
1517 brachte der Nürnberger Drucker Johann Schönsperger den Theuerdank heraus, ein Versepos über einen Ritter, der sich durch Gefahr um Gefahr zu seiner Braut durchschlägt. Am Hof wusste jeder, dass der Ritter Kaiser Maximilian I. war und die Braut Maria von Burgund, seine erste Frau. Von den 118 Holzschnitten des Buches entwarf der Augsburger Maler Leonhard Beck 77, und als der Kaiser für die zweite Auflage von 1519 Änderungen verlangte, überarbeitete Beck auch viele Stöcke anderer Zeichner.
Er stammte aus einer Familie von Buchmalern. Sein Vater Georg Beck illuminierte Psalterien für ein Augsburger Kloster, und der Sohn arbeitete an seiner Seite, bevor er um 1500 mit Hans Holbein dem Älteren, dem führenden Maler der Stadt, an einem Altar für die Frankfurter Dominikaner mitwirkte. 1503 erhielt er in Augsburg das Meisterrecht, und dort blieb er bis zu seinem Tod 1542.
Maximilian wollte seinen Ruhm durch gedruckte Bilder verbreiten, und Beck zeichnete stetig für ihn. Er entwarf 126 Stöcke für den Weißkunig, die kaum verhüllte Autobiografie des Kaisers, und weit über hundert Heilige, die der Hofhistoriker Jakob Mennel zur Verwandtschaft der Habsburger zählte. Dieses Heiligenbuch wurde zu Lebzeiten des Kaisers nie fertig. Vollständig erschien es erst 1799, und 121 der geschnittenen Stöcke haben sich in der Albertina erhalten, der Wiener Graphiksammlung.
Nur sehr wenige Gemälde lassen sich ihm sicher zuschreiben. Das bekannteste ist ein heiliger Georg im Kampf mit dem Drachen, um 1513 gemalt und heute im Kunsthistorischen Museum in Wien.
