Lorenzo Lotto

Lorenzo Lotto

1480–1556 · Republik Venedig · Hochrenaissance


Die Geschichte

Lorenzo Lotto malte Gesichter, die zu denken scheinen, und es kostete ihn den Ruhm, den er verdient hätte. Als gebürtiger Venezianer wirkte er im Schatten Tizians, des überragenden Stars von Venedig, und statt um die großen Aufträge der Stadt zu kämpfen, verbrachte er sein Leben unterwegs und nahm Arbeit in Provinzstädten wie Bergamo und im Hügelland der Marken an.

Was heute anzieht, sind seine Bildnisse. Seine Dargestellten wirken zerstreut, melancholisch oder wachsam, in einer privaten Stimmung ertappt, oft mit einem kleinen vielsagenden Gegenstand daneben, einer verstreuten Rose, einem Totenkopf, einer Eidechse. Das innere Wetter eines Menschen schien ihn mehr zu interessieren als die Schmeichelei seines Ranges.

Lotto führte im Alter ein sorgfältiges Rechnungsbuch, und es ist erhalten, ein seltenes, schlichtes Zeugnis dessen, was ein Renaissancemaler genau einnahm und ausgab, zu lesen wie das Kontobuch eines besorgten Mannes. Arm und alternd, wurde er schließlich Laienbruder am Heiligtum des Heiligen Hauses in Loreto an der Adriaküste, wo er um 1556 starb und für seinen Unterhalt unter den Mönchen malte.

Kunst zum Entdecken, die nie ausgeht. Trag dich ein.

Werke

62 Werke