
Maarten van Heemskerck
1498–1574 · Habsburgische Niederlande · Manierismus
Die Geschichte
Als der niederlandische Maler Maarten van Heemskerck 1532 Rom erreichte, tat er etwas, das sich als wichtiger erweisen sollte als die meisten seiner Gemalde. Ungefahr funf Jahre lang durchstreifte er die Stadt mit einem Skizzenbuch und zeichnete ihre antiken Ruinen, Album um Album: das Kolosseum, das halb verschuttete Forum, zerbrochene Tempel, kaiserliche Thermen, antike Statuen in den Garten der Sammler.
Er gehorte zu den ersten Kunstlern, die das Forum systematisch zeichneten, als es noch schwer zuganglich und grosstenteils unter Erde begraben war. Das Ergebnis, mehr als 200 erhaltene Blatter, heute in Berlin, ist die vollstandigste Aufzeichnung, die ein einzelner Kunstler des 16. Jahrhunderts von Roms Altertumern schuf, und Historiker nutzen seine Zeichnungen bis heute, um zu sehen, was dort stand, bevor spatere Umbauten vieles hinwegfegten.
Heemskerck stammte aus einem Dorf bei Haarlem in den Niederlanden und arbeitete im aufwendigen, muskulosen Stil des Manierismus, malte daheim den Rest seines Lebens Altarbilder und mythologische Szenen. Was er aus Rom mitbrachte, tauchte in diesem Werk immer wieder auf, in seinen romischen Saulen und der heroischen Anatomie. Eine seiner Zeichnungen halt sogar die Baustelle des neuen Petersdoms fest, alte und neue Mauern Seite an Seite.
Werke
8 Werke
Selbstbildnis mit dem KolosseumMaarten van Heemskerck, 1553
Der heilige Lukas malt die MadonnaMaarten van Heemskerck, 1532
Bildnis eines MannesMaarten van Heemskerck, 1529
Bildnis einer FrauMaarten van Heemskerck, 1529
Thetis empfängt von Vulkan den Schild für AchillMaarten van Heemskerck, 1540
Triumphzug des BacchusMaarten van Heemskerck, 1536
Vulkan, Venus und MarsMaarten van Heemskerck, 1540