Meister des Krainburger Altars
Heiliges Römisches Reich · Spätgotik
Die Geschichte
Die Pfarrkirche von Kranj, einer Stadt im heutigen Slowenien, die auf Deutsch Krainburg hieß, ist drei römischen Geschwistern geweiht, Cantius, Cantianus und Cantianilla. Der Legende nach flohen sie um das Jahr 300 vor der Verfolgung aus Aquileia, der römischen Stadt an der oberen Adria, wurden gefasst und enthauptet. Um 1510 erzählte ein namenloser Maler ihre Geschichte auf den Flügeln des Hochaltars dieser Kirche, und nach diesem Auftrag benennt ihn die Forschung bis heute.
Zwei dieser Flügel befinden sich im Belvedere in Wien. Geöffnet zeigen sie die Flucht und das Martyrium der Geschwister, geschlossen zeigten sie Christus am Ölberg und die Auferstehung. Der Maler war wohl ab etwa 1500 in der südlichen Steiermark tätig, und seine leuchtenden Farben und niederländischen Züge lassen vermuten, dass er durch die Niederlande und an den Niederrhein gereist war. Über seine Landschaftshintergründe mit einer unverwechselbaren Ansicht Jerusalems wurden ihm weitere Tafeln in Graz, Straßburg und Chicago zugeschrieben.
Die kaiserliche Gemäldegalerie in Wien erwarb die beiden Krainburger Flügel 1886, und 1953 kamen sie ins Belvedere.

