Meister der Passionstäfelchen
Heiliges Römisches Reich · Internationale Gotik
Die Geschichte
Um 1400 malte ein unbekannter Maler eine Folge kleiner, fast quadratischer Tafeln, die die Passion Christi Szene für Szene erzählten. Irgendwann wurde die Folge zersägt. Drei Stücke sind erhalten, und nach ihnen heißt der Maler Meister der Passionstäfelchen. Christus vor Kaiphas, dem Hohepriester, der Jesus verhörte, befindet sich im Belvedere. Eine Kreuzigung mit Maria und Johannes ist im Wallraf-Richartz-Museum in Köln, die Annagelung Christi ans Kreuz im Städel in Frankfurt.
Wo er arbeitete, ist bis heute offen. Wien und Salzburg wurden vorgeschlagen, ebenso Schwaben, der Oberrhein und der Bodensee. Seine Malerei zeigt Einflüsse der burgundischen Kunst und der italienischen Malerei des 14. Jahrhunderts. Die Tafel im Belvedere, auf Lindenholz gemalt, gehörte einst dem Wiener Sammler Albert Figdor, kam 1930 ins Kunsthistorische Museum und 1953 ins Belvedere.
