Meister der Wiener Anbetung
Heiliges Römisches Reich · Internationale Gotik
Die Geschichte
Um 1420 malte ein Wiener Künstler eine nur etwa 26 Zentimeter hohe Tafel mit der Anbetung des neugeborenen Christus. Diese kleine Lindenholztafel, heute im Belvedere, gibt ihm seinen Namen, Meister der Wiener Anbetung. Tätig war er etwa von 1410 bis 1425.
Er malte im Weichen Stil jener Jahre, der oft Internationale Gotik genannt wird, mit fließenden Faltenwürfen und leuchtenden Farben. Die Forschung führt seine Wurzeln auf die südböhmische Malerei und den Meister von Wittingau zurück und sieht zugleich italienische Elemente in sein Werk eindringen. Vier Passionsszenen in Paris und Werke in Budapest werden ihm ebenfalls zugeschrieben, und er gilt als Vorläufer der nächsten Wiener Generation, vielleicht sogar als Lehrer Hans von Tübingens, eines Malers, der später in Wiener Neustadt tätig war.
Die Wiener Tafel kam 1923 als Schenkung des Wiener Kunsthändlers Moritz Lindemann an das Kunsthistorische Museum und war 2013 in der Belvedere-Ausstellung Wien 1450 zu sehen.
