Nikolaos Lytras

Nikolaos Lytras

1883–1927 · Königreich Griechenland · Expressionismus, Moderne


Die Geschichte

1923 war an der Athener Hochschule der Bildenden Künste eine Professur für Malerei zu besetzen, und es lief auf zwei Männer hinaus: Konstantinos Parthenis, einen von Paris geprägten Modernen, und Nikolaos Lytras. Lytras bekam die Stelle und musste sich danach von Kritikern sagen lassen, er stehe für genau jene deutsche Akademieausbildung, von der er sich sein ganzes Berufsleben entfernt hatte. Der Vorwurf hing an seinem Familiennamen. Sein Vater Nikiforos Lytras hatte einer ganzen Generation griechischer Maler die dunkle, minutiöse Manier der Münchner Schule beigebracht und war auch der erste Lehrer seines Sohnes.

Die Bilder des Sohnes sahen damals längst anders aus als die des Vaters. Er hatte selbst an der Münchner Akademie studiert, in den Jahren bis 1912, als der Blaue Reiter in derselben Stadt seine Farbexperimente zeigte. 1917 gründete er mit Parthenis und anderen in Athen die Künstlergruppe Techni, einen Verein, der eben diesen deutschen Akademiegriff lockern sollte. Seine eigene Farbe lag dick und sichtbar auf der Leinwand, und sie übernahm die Arbeit, die früher die Zeichnung geleistet hatte.

Am weitesten geht Der Strohhut in der Nationalgalerie in Athen. Ein Mädchen in einem weiß gekalkten Inselhof, gemalt um 1925, Gelbtöne gegen einen violetten Schatten gesetzt, jeder Pinselstrich offen gelassen. Vier Jahre hatte Lytras die Professur inne. Im Dezember 1927 starb er mit 44 Jahren an Tuberkulose, und 1929 füllte eine Retrospektive seiner Arbeiten die Zappeion-Halle in Athen.

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Werke

1 Werk