Pontormo

Pontormo

1494–1556 · Republik Florenz · Manierismus


Die Geschichte

Betritt man eine kleine Kapelle in der Florentiner Kirche Santa Felicita, scheint das Altarbild aus einer anderen Welt erleuchtet. Pontormos 'Kreuzabnahme', zwischen etwa 1525 und 1528 gemalt, zeigt, wie Christus vom Kreuz getragen wird, und doch gibt es kein Kreuz, keinen Boden, kaum Tiefe, nur einen Wirbel von Gestalten in grellem Rosa, Orange und kaltem Blau, die einen schwerelosen Körper halten und mit offenen, besorgten Gesichtern herausblicken.

Das ist der florentinische Manierismus an seinem Anfang, die Generation nach Michelangelo und Raffael, die Farbe und Haltung über alles Natürliche hinaustrieb. Pontormo lernte von diesen Meistern und bog dann ihre Regeln, bis der Raum selbst instabil wirkt.

Der Mann dahinter war berüchtigt sonderbar. Sein Biograf Vasari, ein Malerkollege, beschreibt, wie er sich wochenlang einschloss und sein Bett über eine Leiter in einen Raum hinaufzog, den niemand erreichen konnte. In seinen letzten Jahren führte Pontormo ein Tagebuch über seine Wehwehchen, seine Mahlzeiten und seine Launen, während er allein an Fresken arbeitete, heute verloren, in der Kirche San Lorenzo. Er starb Ende 1556, mit jenen Fresken noch unvollendet.

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Werke

23 Werke