
Pontormo · PD
Die Kreuzabnahme
Details
Die Geschichte
Das Florenz der späten 1520er Jahre lebte in Unruhe: der eben erst erlebte Sacco di Roma, die Pest, die nahende Belagerung. In eben diesen Jahren, um 1525 bis 1528, malte Pontormo dieses Altarbild für die Kapelle der Familie Capponi in der Kirche Santa Felicita. Und die Welt auf der Tafel ist nicht mehr die der Meister der Hochrenaissance. Es gibt kein Kreuz und keinen festen Boden unter den Füßen, und die Figuren scheinen zu schweben, auf den Zehenspitzen zu stehen, sich aneinanderzudrängen, in säuerlichen, unwirklichen Farben, Himmelblau, Rosa, Olivgrün. Pontormo wählte den Augenblick unmittelbar nach der Kreuzabnahme, in dem die jungen Männer, die den Leichnam tragen, innehalten, als wagten sie nicht, ihn niederzulegen. Die Haltung des toten Christus erinnert an Michelangelos vatikanische Pietà. Das Bild steht noch heute über demselben Altar, für den es gemalt wurde, und gilt als Sinnbild des florentinischen Manierismus.




