
Sarah Goodridge
1788–1853 · Vereinigte Staaten · Romantik, Miniaturmalerei
Die Geschichte
1828 öffnete der verwitwete Senator Daniel Webster ein kleines Päckchen und fand darin ein Gemälde auf Elfenbein, kaum drei Zoll breit. Zu sehen war ein Paar nackter Brüste, in weiches weißes Tuch gehüllt, und sonst nichts, kein Gesicht. Gemalt hatte es Sarah Goodridge, eine Miniaturmalerin aus Massachusetts, und zwar von sich selbst.
Goodridge lebte in Boston von der Malerei und ernährte ihre Familie mit winzigen Bildnissen auf Elfenbein, zu einer Zeit, als nur sehr wenige amerikanische Frauen mit Kunst Geld verdienten. Weitgehend Autodidaktin, wurde sie von dem gefeierten Bildnismaler Gilbert Stuart gefördert, den sie ihrerseits porträtierte. Webster, ein berühmter Redner, der eben seine Frau verloren hatte, saß ihr mehr als einmal Modell, und die beiden standen sich nahe.
Was genau sie mit dem Geschenk meinte, ist nicht bekannt, und Webster heiratete bald eine andere. Das kleine Bild behielt er sein Leben lang. Als er 1852 starb, lag es noch immer bei seinen Sachen und gelangte schließlich an das Metropolitan Museum in New York, wo es als Beauty Revealed bekannt ist.
