Schule von Fontainebleau
Frankreich · Manierismus
Die Geschichte
Dieser Name gehört keinem einzelnen Maler. Er umfasst die Schar von Künstlern, Italiener wie Franzosen, die ab den 1530er Jahren das königliche Schloss Fontainebleau südlich von Paris ausschmückten. König Franz I. wollte einen italienischen Palast auf französischem Boden, und statt Bilder zu kaufen, holte er die Männer ins Land, die sie schufen.
Als Erster kam Rosso Fiorentino, ein Florentiner, der nach der Plünderung Roms 1527 aus der Stadt geflohen war. 1532 stieß Primaticcio aus Bologna hinzu, und gemeinsam erfanden sie das Aussehen, für das die Schule bekannt ist: langgestreckte, elegante Figuren an den Wänden, gerahmt von Akten und Girlanden aus hochreliefiertem Stuck. Der Stil ging aus dem italienischen Manierismus hervor, der Generation nach Raffael und Michelangelo, und wurde über Fontainebleau zum Hofgeschmack Frankreichs.
Werke, die schlicht als Schule von Fontainebleau geführt werden, sind jene, die sich keiner dieser Hände sicher zuordnen lassen. Das bekannteste ist ein kühles, seltsames Bildnis zweier adliger Damen im Bad.

