
Witold Pruszkowski
1846–1896 · Russisches Kaiserreich · Symbolismus
Die Geschichte
„Rusałki“, 1877 gemalt und heute im Nationalmuseum in Krakau, schöpft aus dem slawischen Volksglauben. Rusalken sind Wassergeister, in vielen Überlieferungen die Seelen ertrunkener Mädchen, die in Sommernächten aus den Flüssen steigen. Witold Pruszkowski baute einen Großteil seines Werks auf diesem Grenzland zwischen Dorfleben und Unheimlichem auf und malte Bauern, Legenden und Volksaberglauben in einem romantischen, traumhaften Ton.
Sein Weg dorthin war ungewöhnlich. Geboren 1846 in Czeczelnik, einem Dorf in Podolien, wuchs er in Odessa und Kiew auf und erhielt den ersten Zeichenunterricht in Paris bei Tadeusz Gorecki, dem Schwiegersohn des Dichters Adam Mickiewicz. Danach ging er an die Münchner Akademie und studierte ab 1872 in Krakau bei Jan Matejko, dem führenden polnischen Historienmaler. Die romantischen Dichter Juliusz Słowacki und Zygmunt Krasiński und die Musik Chopins speisten viele seiner Visionen, die er in Öl und Pastell ausführte.
1882 ließ er sich in Mników nieder, einem Dorf bei Krakau, und stellte regelmäßig in Krakau, Warschau und Lemberg aus. „Sielanka“, eine Hirtenidylle von 1880, befindet sich ebenfalls im Krakauer Museum. Nach mehreren Jahren Krankheit verschwand er 1896 bei einem Besuch bei Verwandten in Kołomyja, einer Stadt in Galizien, wurde erschöpft am Bahnhof in Budapest aufgefunden und starb dort zwei Tage später im Krankenhaus.
