Werkstatt des Meisters MS
Königreich Ungarn · Spätgotik
Die Geschichte
Den Meister MS kennt man durch die Initialen, die er auf einen Hochaltar von 1506 für die Katharinenkirche in Schemnitz setzte, dem heutigen Banská Štiavnica in der Slowakei. Die Tafeln dieses Altars sind heute zwischen dem Christlichen Museum in Esztergom und der Ungarischen Nationalgalerie in Budapest aufgeteilt. Manchmal wird er mit einem Maler namens Marten Swarcz gleichgesetzt, doch das bleibt ein Vorschlag. Die Bezeichnung Werkstatt des Meisters MS steht für Bilder, die Gehilfen mit ihm zusammen oder nach seinen Vorlagen malten.
Das Belvedere in Wien führt unter diesem Namen die Wunderbare Beinheilung durch die Heiligen Cosmas und Damian. Lange galt sie als Werk eines anonymen Wiener Malers, den man Meister der Legendenszenen nannte. Neuere Forschung, die 2025 bei einer Tagung im Belvedere vorgestellt wurde, bringt sie mit dem Meister MS in Verbindung und vertritt die These, dass er in Wien tätig war. Die Tafel wurde auf Holz gemalt, später auf Leinwand übertragen und kam 1953 aus dem Kunsthistorischen Museum ins Belvedere.
