
Die Geschichte
Die Kunst Ungarns hängt in einem Königspalast, der immer wieder neu aufgebaut wurde. Der Palast auf dem Burgberg in Buda wuchs unter den mittelalterlichen Königen, verfiel während der osmanischen Besetzung, wurde barock wiederaufgebaut und bei der Belagerung von Budapest 1944 und 1945 schwer beschädigt. Die Ungarische Nationalgalerie, 1957 gegründet, zog 1975 in die restaurierten Flügel.
Der Rundgang reicht von geschnitzten und bemalten Flügelaltären des 15. Jahrhunderts bis zu den Malern des modernen Ungarn. Pál Szinyei Merse, ein Wegbereiter der Freilichtmalerei im Land, ist mit dem Luftballon von 1878 vertreten. Ebenso Tivadar Csontváry Kosztka, ein Apotheker, der erst mit über vierzig zu malen begann. Seine Pilgerfahrt zu den Zedern im Libanon, rund zwei Meter im Quadrat, entstand nach einer Reise zu den uralten Zedernhainen, Bäumen, die eine verbreitete Theorie seiner Zeit mit der frühesten ungarischen Vergangenheit verband.
Seit die Galerie 2012 mit dem Museum der Bildenden Künste vereinigt wurde, zeigt der Palast im ersten Stock auch internationale Kunst nach 1800, in einer Präsentation, die vom französischen Realisten Gustave Courbet bis zum deutschen Maler Georg Baselitz reicht. Courbets Ringer von 1853, mehr als zweieinhalb Meter hoch, zeigen einen Kampf im alten Hippodrom an den Champs-Élysées in Paris. Gleich daneben hängt die Dame mit Margeriten des französischen Landschaftsmalers Camille Corot, so skizzenhaft belassen, dass man noch sieht, wo er die Arme verschoben hat.




